Cassander als Bruchpunkt - Zeitgeschehen 07/21

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NPC
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Cassander als Bruchpunkt - Zeitgeschehen 07/21

Beitrag von NPC » So Dez 22, 2019 9:22 am

Vorwort des Herausgebers:

Der Senat streitet mal wieder lebhaft und auch die verschiedensten Kommentatoren von CN, INN, HNN und Co. streiten sich darüber, ob oder ob Cassander nicht im Eilverfahren von der Staatschefin in die Republik aufgenommen werden soll. Die Interessengemeinschaft Republikanischer Traum hat unterdessen eine Klage vor dem Republikanischen Obersten Gerichtshof angekündigt und damit die politische Auseinandersetzung auf eine neue Ebene gehoben. Aus der politischen Fragestellung wird damit eine Fragestellung des Rechts. In dieser Auseinandersetzung überschlagen sich die Rechtsgelehrten der verschiedensten Universitäten und die Fragestellung – ob den Cassander überhaupt aufgenommen werden soll drängt sich zunehmend in den Hintergrund zu juristischem Klein-Klein. In dieser Ausgabe zu Zeitgeschehen, widmen wir uns den verschiedenen Fragestellungen und lassen hierbei nicht nur republikanische Politiker zu Wort kommen, sondern nehmen auch eine Außensicht ein. Es ist uns dabei eine große Freude, ein Exklusivinterview dem Staatssekretär Ernst-Alfred Steel vom Neuen Imperium und einen offenen Brief von Moff Cassus Ravaldir von der Imperialen Föderation veröffentlichen zu können. In gleicherweise freut es uns, in einem Gespräch mit Botschafter Yulf Quintar und Senator Borsk-Fey’lya die innerrepublikanische Sicht zu beleuchten. Durch diese vier verschiedenen Perspektiven könnten sich dem Leser möglicherweise eine neue Sicht ergeben. - Dr. F. Stein (Herausgeber von "Zeitgeschehen")

Marsocrd: „Botschafter Quintar, erst einmal vielen Dank dafür, dass Sie sich für dieses Interview Zeit genommen haben. Ihr Statement in den Coruscant Nachrichten hat für einigen Wirbel gesorgt - ein Botschafter, der sich doch so sehr in die innenpolitische Arena hinaustraut. Kann Ihr Statement als Startschuss einer politischen Karriere gewertet werden?"

Quintar: „Keine Ursache, ich scheue mich nicht davor, mich auch in der Öffentlichkeit zu äußern - schließlich gibt es nichts, was ich zu verbergen hätte. Meine Äußerungen in den Coruscant Nachrichten zielten darauf ab, auf die zuweilen zerstrittene, fast schon als desolat zu bezeichnender, politischer Situation hinzuweisen, die scheinbar in immer mehr Themengebieten - sowohl innen- als auch außenpolitisch - aufzukeimen scheint. Ein Botschafter ist in gewisser Weise immer auch ein Politiker, so gesehen habe ich bereits unweigerlich einen Fuß in der Tür der Innenpolitik."

Marscord: „Bitte erklären Sie mir das kurz. Sind Sie als Botschafter nicht eine Art politischer Beamter der Republik und somit zur politischen Mäßigung verpflichtet?"

Quintar: „Nun, ich will es einmal so sagen - Ja, ich bin ein politischer Beamter der Republik, somit greifen natürlich auch all die offiziellen und inoffiziellen Verhaltensregelungen, insbesondere im Dienste des diplomatischen Corps. Im Umkehrschluss bedeutet dies jedoch nicht, dass es mir nicht gestattet ist, angebrachte Kritik zu äußern. Die Opposition darf sich nicht wundern, wenn sie für manch einen schwer wirkende Worte zu hören bekommt, wenn sie sich selbst im Senat alles andere als mustergültig gebärdet. Wie heißt es so schön? Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus - das kann man hier durchaus als eine passende Metapher verstehen."

Marscord: „Verstehe. Ist eine solches Interview nicht anderweitig problematisch? Ihr direkter Vorgesetzter Senator Mors Kreeda gilt in den Debatten jedem Lagern fern, ist aber selbst ein entschiedener Kritiker der strittigen Sonderkompetenz der Staatschefin."

Quintar: „Sie benennen zwar unbestreitbare Tatsachen bezüglich Senator Kreeda, aber selbst als mein Vorgesetzter kann er mir nicht politisch den Mund verbieten, schließlich gehöre ich weder direkt einer Partei, noch einer überparteilichen Interessengemeinschaft an. Zumal Meinungsverschiedenheiten - auf die richtige Art und Weise geäußert und behandelt - doch erst zu einem wünschenswerten politischen Diskurs führt, der die Republik voran bringt. "

Marscord: „Gut. Kommen wir zum eigentlichen Thema. Sie haben Senator Fey'lya, wenn man so will, vom Rand der Arena aus ungewöhnlich kritisch angegangen, wenn man so manchen Kommentator glauben mag. Richtet sich diese Kritik allein gegen seine Position oder eher gegen seine Person?"

Quintar: „Verstehen Sie mich nicht falsch, jede Opposition braucht einen starken Anführer, um ihrer Aufgabe gerecht zu werden. Das spreche ich hier auch niemandem ab. Aber wenn man in die Vergangenheit blickt, so zeichnete sich Senator Fey'lya insbesondere durch seine überzogenen Vorschläge und Maßnahmensandrohungen aus. Es verliert an Glaubhaftigkeit, wenn bei jedem Schritt der Staatschefin, die nicht in die persönliche Agenda des Senators zu passen scheint, gleich mit einem Gang zum obersten Gerichtshof gedroht wird. In einer Demokratie muss man sich doch auch einmal der Entscheidung der Mehrheit beugen, insbesondere wenn diese sogar vom Rat bestätigt wurde. Sonst können wir uns den großen Senat sparen und gleich die Gerichte alle Entscheidungen fallen lassen - und selbst das dürfte dem Senator missfallen, sobald das Urteil nicht seinen Wünschen entspricht. Kurzum, meine Kritik richtete sich in gewisser gegen Senator Fey'lya als Person, hergeleitet aus seinen aktuellen Verhaltensweisen. Da sollte man vielleicht mal etwas ändern und sich aus der langsam überholten Haltung der politisch Unterdrückten herauslösen. Diese zweifelsohne grauenvoll Zeit haben wir nämlich glücklicherweise hinter uns gelassen."

Marscord: „Sicherlich hat der Senator seine lange Geschichte und entsprechend könnte man für ihre Kritik Beispiele finden, aber in diesem Interview sollte nicht um die Geschichte der Opposition gehen, sondern um den aktuellen Streitpunkt. Wenn Sie für eine Sekunde die Person Fey'lya ausklammern würden, können Sie für seine politische und rechtliche Argumentation Verständnis aufbringen, oder halten Sie diese für weit hergeholt?“

Quintar: „Ich fürchte, dass sich der aktuelle Sachverhalt nicht auf ein simples 'Ja' oder 'Nein' reduzieren lässt. In gewissen Punkten kann ich die Ansichten der Opposition durchaus nachvollziehen, jedoch fürchte ich, dass die finale Konklusion nicht den vorherrschenden Tatsachen entspricht und somit eine Entscheidung hinausgezögert wird, bei der es insbesondere auf Schnelligkeit ankommt. Ein kritischer Fehler, meines Erachtens nach. "

Marscord: „Dann lassen Sie uns die rechtliche Würdigung bei Seite lassen. Hielten Sie es für politisch klug, die Aufnahme von Cassander als einen von vielen gegenwärtigen Aufnahmewelten im Hau-Ruck-Verfahren durchzuführen? Ganz ungeachtet dessen, dass Cassander nach wie vor von der sogenannten Imperialen Föderation beansprucht wird?"

Quintar: „Einverstanden. Ich halte es nicht nur für politisch klug, sondern für unabdingbar wichtig, Cassander schnellstmöglich in die Reihen der Republik einzugliedern. Das Problem stellt ja hier nicht etwa die Imperiale Föderation, sondern viel eher das Neue Imperium und dessen stetige Expansion dar. Die Republik muss mit der Aufnahme Cassanders ein klares Signal an die ebenso schamlose wie gewaltreiche Expansionspolitik des Neuen Imperiums setzen. Sonst droht sie ihren allgemein positiven Status und vor allem Rückhalt in der Bevölkerung zu verlieren. Denn wer möchte schon hinter einer Regierungsform stehen, die nicht einmal in der Lage ist, dort Hilfe zu leisten, wo es am dringendsten nötig ist? "

Marscord: „Nach dem was ich höre, könnte man Sie als Pragmatiker betrachten. Würde dieses Signal aber nicht nur in der Republik sichtbar sein, sondern auch in der Föderation? Bei diesen sowieso schon angespannten Verhältnissen könnte Sie sich möglicherweise dazu verleitet sehen, noch mehr auf Konfrontationskurs mit der Republik zu gehen. Damit wäre doch sicherlich nichts gewonnen."

Quintar: „Das könnte man so sagen, ja. Ihre Beobachtung ist durchaus korrekt, es besteht die nicht von der Hand zu weisender Möglichkeit, dass die Imperiale Föderation sich auf den Schlips getreten fühlt. Doch ich wage zu behaupten, dass sich Wogen mit der Föderation wesentlich leichter glätten lassen als mit dem Neuen Imperium. Zumal die Föderation akut nicht in der Lage scheint, Cassander beschützen zu können, ganz im Gegenteil zur Republik. Da die vorrangigen Interessen immer noch jene der Bevölkerung darstellen sollten, ist die - und sei es nur zeitweise - Eingliederung Cassanders darum also in gewissem Maße alternativlos.“

Marscord: „Sie sprechen die Interessen der Bevölkerung an. Hier würde ich gerne nachharken. Es ist bekannt, dass es auf Cassander eine starke Befreiungsbewegung gibt, die eben auch den Antrag zur Aufnahme in die Republik gestellt hat. Aber genauso gibt es nach Expertenmeinungen einen deutlich größeren Teil von Bürgern, die neutral dazu stehen beziehungsweise mit der Eingliederung in ein imperiales System zufrieden sind. Aus dern Ferne ist ein Urteil natürlich schwierig, aber es scheint dort eine gewisse Gemengelage zu geben. Was sind in einer solchen Lage die Interessen der Bürger?"

Quintar: „Eine durchaus kluge Frage, die sich jedoch leicht beantworten lässt. Eine der obersten Interessen von Bürgern eines Planeten sollte doch ein Leben in Freiheit sein. Anders gesprochen, ein Leben, welches nicht von Unterdrückung und Verfolgung geprägt ist. Lassen Sie mich hier den Ball der Fragen zurückspielen: Glauben Sie, dass das Neue Imperium eine Befreiungsbewegung einfach so hinnehmen oder gar in Ihr Reich eingliedern wird? Es wird nie einen für alle perfekten Konsens geben, aber ich wage zu behaupten, dass Gegner der Ordnung unter der Hand der Republik das wohl freieste und angenehmste Leben führen dürfen. Denn hier ist es erlaubt, anderer Meinung zu sein und man darf dies sogar kundtun, ohne Bestrafung befürchten zu müssen. Bevor Ihr mich nun fragt, ob es richtig sei, die Interessen einer kleineren Bevölkerungsgruppe über die der größeren zu stellen, muss ich vorwegsagen: Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Aber im speziellen Fall Cassander habt Ihr bereits selbst die Antwort geliefert. Denn wie Ihr bereits so treffend formuliertet, existiert neben der Befreiungsbewegung der weit größere Teil, der der Sache neutral gegenübersteht oder dem Imperium wohlgesonnen ist. Da werden von den sogenannten Experten zwei Gruppen unbekannter Größe zu einer einzigen Masse vermischt, was als Vergleich hinkt. Schließlich ist der neutrale Teil der Bevölkerung ebenso wenig gegen einen Beitritt zur Republik, er ist eben - wie der Name bereits vermuten lässt - neutral. "

Marscord: „Halten Sie denn auch die Aufnahme über die Exekutivkompetenzen der Staatschefin für notwendig? Die Republik hält Cassander bereits. Die Republik könnte die Voraussetzungen prüfen und auch unabhängig davon den Planeten gegen das Neue Imperium sichern"

Quintar: „Die Ausnahmeregelungen bezüglich der Exekutivkomoetenzen der Staatschefin sind ein notwendiger Schritt, einer Krise vorzubeugen. Wenn die Republik Cassander militärisch besetzt hält, wirft die Richtigkeit dieser Handlungsweise selbstverständlich kritische Fragen auf. Ist die Anwesenheit der republikanischen Truppen auf Cassander jedoch durch dessen Mitgliedschaft zur Republik legitimiert, muss niemand fürchten, dass der Konflikt auf mehreren Ebenen ausartet. Es kommt also gerade hierbei auf eine schnelle Handlungsmöglichkeiten an."

Marscord: „Vielen Dank für dieses Interview, Herr Quintar." Senator Borsk Fey’lya ist der Senatsanführer der Interessengemeinschaft Republikanischer Traum und erbitterter Gegner bei der Frage, ob Cassander im Eilverfahren durch die Republik aufgenommen werden sollte. Zuletzt hat er bei einem Interview mit CN eine Klage vor dem Obersten Gerichtshof angekündigt. Wir besuchen Senator Fey’lya in seinem Büro auf Coruscant und konnten mit ihm dieses Interview führen.

Marscord: „Senator Fey’lya, lassen Sie uns mit dem Grundsätzlichen anfangen. Sie gehören zu den wirkmächtigsten politischen Gegnern der Staatschefin, sind der Kopf der Interessengemeinschaft „Republikanischer Traum“ und gehören zu den stärksten Kritikern einerseits gegen den Krieg gegen das Neue Imperium, sowie gegen die Aufnahme Cassanders in die Republik. Würden Sie gerne ihre Position kurz vorstellen?"

Fey’lya: „Ich muss Ihnen leider schon gleich zu Beginn widersprechen. Ich bezeichne mich nicht als politischen Gegner der Staatschefin, sondern als politischen Gegner einiger Bestandteile ihrer Politik. In der Vergangenheit hatten die Staatschefin und ich in verschiedenen Angelegenheiten eng zusammengearbeitet. Auch die Positionierung von Ihnen in der Sache mit dem Krieg ist arg verkürzt. Grundsätzlich hätten wir den Kampf gegen das Imperium begrüßt. Es ist wichtig und richtig, alle Welten von der Knute der Tyrannei zu befreien, die sich selbst nicht gegen diese wenden können. Viele Kritiker und ich sahen aber sowohl den Zeitpunkt als auch den Anlass für die Kriegsbemühungen kritisch. Ein Krieg auf Anlass und unter den Bedingungen der Restwelten, unseren Bündnispartnern, was schon damals ein erheblicher Fehler war, der nur das Ziel gehabt hätte, die Restwelten zu stärken gegen seinen inneren Feind, nicht aber zu Gunsten der Demokratie. Das ist kein Krieg, für den ein einziger republikanischer Soldat sterben sollte.

Marscord: „Wenn Sie aber grundsätzlich für die Freiheit sind, wieso wenden Sie sich dann gegen die Aufnahme von Cassander? Das erscheint mir nicht ganz konsistent."

Fey’lya: „Das Problem bei Cassander ist ein anderer. Wir befürworten grundsätzlich die Aufnahme von Cassander, aber haben etwas dagegen, dass dies unter den Bedingungen der Exekutivaufnahme der Staatschefin erfolgt. Es gibt einen Grund, dass die Aufnahmeverfahren teils Monate oder Jahre dauern können. Die Republik hat Statuten ihrer Charta, die gewisse qualitative Anforderungen an ihre Mitglieder stellen. Eine Welt, die etwa die Todesstrafe als reguläre Strafe praktiziert, kann einfach nicht Mitglied der Republik werden."

Marscord: „Hat nicht die Republik selbst in ihren Gründungstagen die Todesstrafe gegen imperiale Funktionäre verhängt?"

Fey’lya: „Das ist richtig, aber auch eine gänzlich andere Sache. Die Republik hat zahlreiche Kriegsverbrecher verurteilt, die mit ihren Verbrechen gegen jede Moral in allen Völkern und Spezien der Galaxis in so eklatanter Weise verstoßen haben, dass dieses Übel nur noch mit dem Tod beantwortet werden konnte. Aber die Statuen der Republik sind andere – es geht um die reguläre Todesstrafe, die in der Alltagspraxis vollstreckt werden kann, nicht gegen diese Ausnahmesituation einer überworfenen Tyrannei."

Marscord: „Kommen wir zurück zur Sache. Halten Sie nach dem, was sie sagen, Cassander nicht für aufnahmefähig?"

Fey’lya: „Das habe ich nicht gesagt. Cassander hat jedenfalls einen solchen zivilisatorischen Stand erreicht, dass wir jedenfalls soweit wir das jetzt beurteilen können, keine Widersprüche zu den gemeinsamen Werten und Standards der Republik feststellen können. Das Problem ist ein anderes. Bei einem Aufnahmeantrag muss die Republik nicht nur die rechtlichen Hürden prüfen, sondern auch eine geopolitische Erwägung anstellen. Bei Cassander würde die Republik auf einen Schlag eine Welt mitten in den neu und föderal-imperialen Raum aufnehmen, ohne jedoch die entsprechende Rückendeckung zu haben. Die Verantwortung der Republik wäre unglaublich groß. Wir würden es daher für sinnvoll erachten, dass erst einmal die geopolitischen Grundlagen zu schaffen, um auf langer Sicht hin den ganzen Sektor in die Republik aufzunehmen. Solange diese Grundlagen aber noch nicht gelegt sind, würde Cassander nur dazu nutzen, den Krieg unter den Bedingungen der Staatschefin zu führen. Der Senat hätte daher gar keine andere Möglichkeit mehr, als diesem Kurs anstandslos zu folgen, selbst wenn nach der Wahl geänderte Machtverhältnisse herrschen würden."

Marscord: „Angenommen, Sie wären nach der Wahl Staatschef und hätten auch die notwendigen Mehrheiten. Wie würden Sie dieses Problem lösen wollen."

Fey’lya: „Das hängt ganz von den militärisch-strategischen Vorschlägen des Oberkommandos ab. Da ich mit diesem als Oppositioneller keinen Zugriff habe, kann ich derzeitig nur Vermutungen anstellen. Sinnvoll halte ich es, klare Fakten mit der Imperialen Föderation zu schaffen. Soweit uns bekannt ist, haben das Neue Imperium und die Föderation sich in einem Vertrag über den Status des Cassander-Sektors verständigt. Die Einzelheiten sind uns unbekannt, aber ein Strategieexperte von uns geht davon aus, dass Cassander als Kooperationssektor betrachtet wurde, in dem beide Systeme Welten unterhalten. Cassander selbst als Sektorhauptstadt hingegen sollte wohl, nach unserer Einschätzung von der Föderation gehalten werden. In dieser Gemengelage, bei der wir berücksichtigen müssen, dass die Restwelten beziehungsweise die Föderation eigentlich erst der Anlass für diesen Krieg waren, muss der Senat eine klare Stellungnahme abgeben, wie mit diesem gravierenden Wegfall der Föderation zu verfahren ist. Durch den Wegfall der Föderation ist, wenn man so will, die Geschäftsgrundlage für den Senatsbeschluss von vor über sechs Monaten weggefallen. Die Staatschefin hätte sich ein neues Mandat verschaffen müssen."

Marscord: „Sie haben aber meine Frage nicht beantwortet. Was würden Sie als Staatschef anders machen."

Fey’lya: „Zu aller erst würde ich dem Senat die Entscheidung überantworten, wie in dieser Situation zu verfahren ist. Drei strategische Gangarten wären möglich. Erstens, die Republik tritt in Verhandlung mit dem Neuen Imperium und verpflichtet dieses, seine Expansionen zu unterlassen. Die überwiegenden Eroberungen waren bisher im restimperialen Gebiet, sodass sich für die Bewohner nichts geändert hätte. Zweitens, die Republik setzt den Schlagstock an die Föderation und zwingt sie zum Schwur. Entweder Sie ist gewillt, ihre Gebiete Seite an Seite mit der Republik zurückzuerobern, oder sie wird jeglichen Anspruch auf die von der Republik befreiten Welt im Cassander Sektor verwirken – und damit meine ich auch die Welten, die unter dem Kooperationsstatut des neu-föderal-imperialen Vertrags stehen. Sollte die Föderation keiner der beiden Optionen zustimmen, muss über eine große Lösung nachgedacht werden, auf die die Staatschefin im Moment sowieso ohne Bremsmöglichkeit zurast. Der rastlose Krieg gegen jedes imperiale Präsens im Sektor. Jede einzelne Welt des Sektors wird in einem regulären Verfahren zum Mitglied der Republik gemacht und die Republik setzt alles darauf, den gesamten Sektor unter ihre Kontrolle zu bringen."

Marscord: „Halten Sie die erste Option mit der Verpflichtung des Neuen Imperiums für realistisch?"

Fey’lya: „ Nach unserer Einschätzung ist das Neue Imperium die größte Gefahr der Gegenwart. Sollten Sie an ihrem bisherigen Kurs festhalten, wofür die Chancen sehr gutstehen, dann wird es sowieso keine Verhandlungsgrundlage geben."

Marscord: „Dann kommt nur noch die mittlere oder die große Lösung in Frage. Wäre ihr Kurs als Staatschef aber nicht zwangsläufig mit noch mehr Toten und Krieg verbunden?"

Fey’lya: „Es wäre mir sehr unrecht, gegen beide Imperien in den Krieg zu ziehen. Die Föderation ist angeschlagen und das Neue Imperium begrenzt seine Aktivitäten derzeitig nur auf ehemals restimperiales Gebiet. Aber beide zusammen wären zumindest eine größere Gefahr für die Republik. Die große Option wäre daher der letzte Weg, zu dem es übrigens auch dann kommen könnte, wenn der Streit um Cassander weiter geht."

Marscord: „Das sind düstere Optionen. Ich schätze also, dass man sich mit Ihnen als Staatschef auf harte Zeiten einstellen kann.

Fey’lya: „Das hört sich jetzt schlimm an, aber ich versichere Ihnen, egal wer der nächste Staatschef wird, die kurze Periode des Friedens wird so oder so nachhaltig gestört sein, wenn nicht mit entschiedener Konsequenz gehandelt wird. Das hat nichts mit meiner Person zu tun, sondern mit dieser äußeren Bedrohung. Mit mir als Staatschef könnte man sich aber sicher sein, dass ich den Senat stärker ins Boot holen würde."

Marscord: „Kommen wir wieder zurück zur gegenwärtigen Position. Sie haben eine Klage gegen die Staatschefin angekündigt, sollte Sie weiterhin an ihrer exekutiven Aufnahme von Cassander festhalten. Worauf stützen Sie ihre Klage?"

Fey’lya: „Wer in den letzten Tagen die Diskussion um Cassander mitbekommen hat, dürfte wissen, dass die Staatschefin sich auf eine exekutive Kompetenz stützt, die noch in den Gründungstragen der Republik vom Provisorischen Rat wahrgenommen wurde und auch noch von der Staatschefin Mon Mothma, bis die Charta der Republik in Kraft getreten und der Senat die Erklärung vom Normalzustand ausgegeben hat. Diese exekutiven Rechte der Sofortaufnahme sind also ungeschriebene Mittel reiner Macht gewesen, die genutzt wurden, als es eben noch gar keine rechtliche Grundlage für irgendwas in der Republik gab. In der Übergangszeit zum Normalzustand wurde diese Kompetenz noch zwei oder drei Mal eingesetzt aber spätestens mit der Erklärung vom Normalzustand ist die Republik restlos in eine zivile föderal-demokratische Gemeinschaft überführt worden. Da weder in der Charta, noch in anderen rechtlichen Statuten diese Sonderkompetenz jemals wieder erwähnt wurde, halte ich es für eine deutliche Kompetenzüberschreitung, wieder auf dieses Machtinstrument – nicht Rechtsinstrument – zurückzugreifen. So sehen das im Übrigen auch mehrere Professoren für föderales Recht."

Marscord: „Kritiker werfen ihnen vor, ein schlechter Demokrat zu sein. Die Mehrheit des Senates steht hinter der Staatschefin als Person und könnte sie jederzeit abwählen, wenn sie durch ihr Vorhaben wirklich die Kompetenzen des Senates aushüllen würde. Handelt es sich bei ihrem Vorhaben nicht vielmehr um Wahlkampf vor den Augen der Öffentlichkeit."

Fey’lya: „Das hat mit Wahlkampf nichts zu tun. Ich habe Ihnen eben meine Gründe dargelegt, weswegen ich politisch der Vorwegnahme der Entscheidung widersprechen würde. Der gegenwärtige Zustand wird perpetuiert, ohne ein Mandat durch den Senat. Aber auch rechtlich habe ich meine Position klar gemacht. Ich wiederhole – die Staatschefin stützt sich auf ein ungeschriebenes für die Übergangszeit zwischen Militär- und Zivilregierung gebilligtes Recht, das in der zivilen Republik schlicht und ergreifend nicht existiert. Selbst wenn man aus politischen Gründen die Aufnahme von Cassander billigen würde, kann einem Demokraten nicht egal sein, dass Entscheidungen ohne Rechtskompetenz getroffen werden und damit zumindest die Debatte über einen Aufnahmebeschlusses im Senat verhindert wird."

Marscord: „Sie haben ihre Position ausreichend klar gemacht. Nur noch eine letzte Frage. In einem Beitrag von CN hat ein Botschafter ihnen nahegelegt, zurückzutreten. Unabhängig von der aktuellen Wahl. Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, die Politik in der Republik ruhen zu lassen?"

Fey’lya: „Wissen Sie, wenn man so lange in der Politik ist wie ich, dann wird einem ständig gesagt, man solle einfach gehen. Ich kenne zwar nicht den Beitrag vom Botschafter, auf den Sie anspielen, aber ich würde so etwas nicht überbewerten. Über meinen politischen Ruhestand habe ich noch nicht nachgedacht. Aber ich lasse es Sie rechtszeitig wissen, wenn es soweit ist."
Ernst-Alfred Steel ist Staatssekretär (das entspräche in den meisten Systemen dem Minister) des Neuen Imperiums für Kultur. Als Kultursekretär obliegt ihn dabei faktisch die Kontrolle des gesamten imperialen Mediensektors. Wir führten das Interview bei einer Holokonferenz.

Solvar: „Sehr geehrter Herr Steel, vielen Dank, dass Sie sich zu diesem Interview bereit erklärt haben. Soweit ich weiß, handelt es sich hierbei um das erste Interview eines Angehörigen der neuimperialen Regierung mit der freien Presse. Vorab zum Protokoll, wie soll ich Sie ansprechen, Herr Staatssekretär? Oder eher Herr Minister?"

Steel: „Ebenfalls danke, dass Sie mir überhaupt diese Chance hier ermöglicht haben hier einmal offen sprechen zu dürfen, ist ja schließlich nicht selbstverständlich für ihre formell achso "freie" Presse unserer eins auch einmal zu Wort kommen zu lassen. Den Umständen entsprechend sollte es daher wohl auch ein einfaches Herr Minister tun!“

Solvar: „Ich höre da eine gewisse Pressekritik. Heißt das, dass es schon einmal Versuche seitens Ihrer Regierung gab, außerhalb der imperial-kontrollierten Medien Stellungnahmen abzugeben?"

Steel: „Ja und nein, als Kritik würde ich das Ganze nicht direkt sehen aber es gibt immer für irgendwen, irgendwo einen Geldgeber und dieser hat gewisse Interessen, welche er natürlich gewahrt sehen will. Ich behaupte also nicht, dass all Ihre Artikel diktiert werden. Aber zumindest die leitende Tendenz gibt irgendwer vor oder wollen Sie mir etwa wirklich sagen das noch nie einer Ihrer Artikel von Ihrem Chefredakteur abgelehnt oder wenigstens hier und da beschnitten wurde!? Wohl kaum. Und doch ist es alles irgendwie eine Form von Zensur, welche man uns jedoch immer als Beschneidung der Meinungsfreiheit auslegt, belassen wir es daher doch lieber dabei, dass ich gespannt bin was und wie alles anschließend von Eurer Seite veröffentlicht wird. In diesem Sinne hoffe ich auch, dass Ihr nichts gegen eine Aufzeichnung meinerseits habt, nur zu Vergleichszwecken versteht sich. Was den zweiten Teil angeht ja natürlich, im Grunde immer dann, wenn wir uns missverstanden sehen aber all das wird wohl auch als Feindpropaganda gewertet.“

Solvar: „Gut, über diesen Punkt brauchen wir glaube ich nicht diskutieren. Das wäre wenig zielführend. Bitte lassen Sie uns vor dem Beginn ein kleines Portrait von Ernst-Alfred Steel zeichnen. Im Archiv von 'Zeitgeschehen' fand ich eine Einschätzung eines verstorbenen Kollegen aus den ersten Jahren des Galaktischen Imperiums: Er charakterisierte sie als einen blasierten Spross einer einflussreichen Familie des Geldadels, der jedoch niemals in den Genuss seines Erbes kommen würde. Dass seine Einschätzung soweit stimmte, sah man in den kommenden Jahren daran, dass das Imperium die Steel Werke zerschlug. Und dann verschwanden Sie und ihre Familie von der Bildfläche. Die Klatschpresse seinerzeit vermutete, dass Sie sich im Kooperationssektor niedergelassen hätten und dort einen Neustart wagen würden unter unternehmerfreundlicheren Bedingungen. Würden Sie den Leserinnen und Lesern skizzieren, was seit dem Akt der Zerschlagung passiert ist und wie es dazu kam, dass sie nun mit einer Ordnung paktieren oder besser noch, zum höchsten Führungspersonal dieser gehören, die als Nachfolger für diesen Angriff auf ihr Firmenimperium verantwortlich waren?"

Steel: „Nun die Einschätzung stimmt, auch wenn sie sehr oberflächlich ist, die Wahrheit ist sowohl meine Familie als auch ich haben uns alles hart erarbeitet. Mein Vater, möge er in Frieden ruhen, hätte mir unser Firmenkonglomerat nur zu gerne vererbt aber auch nur da ich mich noch zu seinen Lebzeiten als würdig erwies. So und nicht anders war es in unserer Familie schon immer, mir fiel also nichts in den Schoss und obwohl ich mich schon immer als ein Geschäftsmann sah, habe ich auch meinen Dienst getan. Auf Schlachtfeldern, die Euch heute nicht einmal mehr etwas sagen würden, wenn ich Euch die genauen Koordinaten nennen würde und ja auf all dies bin ich stolz. Wie es wohl jeder ist der alles aus einer tiefen Überzeugung heraus tut. Mein Leben zur Zeit des Galaktischen Imperiums war... nunja... hart, hart aber herzlich. Leider kann ich jetzt hier keine Namen nennen da ich niemanden der Verfolgung aussetzen möchte, weil sie damals einem nun Neu Imperialen geholfen haben. Der Grund meines Untertauchens war der, dass Imperator Palpatine niemanden neben sich duldete der ebenso ehrgeizig war wie er selbst, noch dazu, wenn es sich um den Erben eines Wirtschaftsimperiums handelte das sowohl damals als auch heute noch seines gleichen sucht. Ich lebe zwar nach dem Motto: "Konkurrenz belebt das Geschäft!" aber in seiner Position hätte ich uns damals wohl auch zerschlagen. Ebenso war er auch äußerst nachtragend das wir als reine Geschäftsleute in den Klonkriegen natürlich beide Seiten belieferten. Bevor sie jetzt mit der Moralkeule kommen, das haben auch etliche Firmen gemacht die sich heute als die Wirtschaftlichen Grundpfeiler eurer sogenannten neuen Republik sehen. Wäre es anders ausgegangen und ihr tun bekanntgeworden so hätte der Imperator sich auch jenen zugewandt und wie wir alle wissen gibt es auch heute noch Firmen, die Zweigleisig fahren. Und warum auch nicht, freie Marktwirtschaft ist für viele ein ebenso wertvolles Gut wie es anderen die Meinungsfreiheit ist. Der Rest ist dann wieder schneller zu erzählen, ich hatte schon immer entsprechende Kontakte zu Hinz und Kunz und als ich dann unseren neuen und einzig wahren Imperator Ace Jin persönlich traf war klar das mich voll und ganz seiner edlen Sache verschrieb. Er erkannte meine Talente und ja kann auch mit meinem Ehrgeiz leben, da ich diesen nun zum Wohle des Neuen Imperiums einsetze. Doch glaube ich, dass das alles Ihre geneigten Leser wohl eher weniger Interessieren wird, denn dann würden Sie ja imperiale Medien bevorzugen und würden auch leichter auf solcherlei Dinge Zugriff haben. Wir sollten daher wohl zum eigentlichen Thema zurückkommen und sofern es mir gestattet ist, würde ich da auch gerne eine Frage einschieben und erfahren wie es überhaupt dazu kam das... nunja das wir dieses Gespräch überhaupt führen können!? Wie bereits erwähnt haben wir so etwas wie das hier schön öfters probiert nur leider bisher ohne Erfolg, was hat sich geändert!?“

Solvar: „Sie beherrschen das Spiel mit dem Narrativ gut. Es entzieht sich vollkommen meinen Kenntnissen, dass jemals von ihrer Seite ein Gespräch mit der kritischen Presse angestrebt wurde. Ist es denn nicht vielmehr so, dass sich das Neue Imperium bewusst nach außen hin abschirmt? Der imperiale Sektor ist abgesperrt und für die Anreise muss man imperialer Bürger sein, oder aber berechtigte Interessen haben, die sich in der Regel auf wirtschaftliche oder politische Angelegenheiten beschränken. Journalistisch beantragte Einreiseerlaubnisse werden regelmäßig abgelehnt. Der letzte Bericht, der jedenfalls von den großen Plattformen kam, war von Herrn Swen, von der CN, der eine Reportage über die Faenties Corporation plante und nur aufgrund von deren Einsatz eine Einreiseerlaubnis erhielt. Das Unternehmen wurde im Übrigen bald darauf vom Neuen Imperium abgewickelt. Aber kommen wir wirklich zur Krux des Interviews: Cassander. Die Republik und das Neue Imperium tragen seit Monaten Kämpfe im gesamten Sektor aus und Cassander selbst steht inzwischen unter dem Schutz der Republik. Die Bevölkerung von Cassander hat einen Aufnahmeantrag an die Republik gestellt. Wie stehen Sie als imperialer Spitzenfunktionär dazu?"

Steel: „Nun fürwahr da sehen wir den Sachverhalt dann doch etwas anders. Ein Gespräch zu suchen ist für mich etwas anderes als jedem gleich Tür und Tor zu öffnen, der von sich selbst behauptet nur über die Wahrheit berichten zu wollen. Dass sagen schließlich im Grunde alle, aber nicht alle erkennen die selbige, wenn sie ihr wirklich gewahr werden! Nun denn Cassander, zuerst einmal ist es mir neu, dass die Bevölkerung von Cassander als Ganzes so etwas gefordert hat, geht ja auch schlecht ansonsten müsste ja jeder einen solchen Antrag ausfüllen und damit wäre eure Bürokratie wohl endgültig dem Untergang geweiht aber spaß beiseite. Den Teile der Bevölkerung, die mit einem Beitritt zu Euch liebäugeln, unterschriebe ich hingegen gerne, ist dies ja nur ehrlich. Schließlich gibt es solche und solche und dann auch noch ganz andere. Fakt ist jedoch, dass die Regierung des Planeten derzeit noch immer Restimperial ist und nun ggf. sogar Förderal aber dazu, um wirklich zu sehen wer für wen ist, müssten sich zuerst entsprechende Truppenverbände entfernen. Per Definition wird Cassandar daher gerade nichts anderes als besetzt, womit sich die "Neue Republik" also der Aneignung fremder Territorien schuldig macht und gegen das hat ja auch schon die Imperiale Föderation formell Beschwerde eingelegt. Aus diesem Gründen sehen wir uns einfach nur als Befreier von Cassander, nicht mehr und nicht weniger. Ebenso wer hat schon gerne eine fremde militärische Operationsbasis direkt vor seiner Haustür!?“

Solvar: „Auch wenn ich Ihrer Auffassung über den republikanischen Status auf Cassander widersprechen möchte - schließlich hat die Republik erst auf Anfrage der heutigen Föderation den Planeten von der neuimperialen Besatzung befreit - kann ich aus Ihrer Äußerung schließen, dass Sie also grundsätzlich den verschiedenen Völkern das demokratische Recht zusprechen würden, selbst über ihre systemische Zugehörigkeit zu entscheiden - angenommen es gäbe den Fall, dass Cassander für eine juristische Sekunde frei von jeglichen militärischen Einflüssen wäre?“

Steel: „Nun, wenn sie mich so direkt Fragen finde ich das Demokratie als solches nur in der Theorie funktioniert aber wenn ihr als Beispiel eine Art Volksabstimmung darüber möchtet wer gerne auf welcher Seite stünde, dann ja. Das würde eine Menge vereinfachen, besonders wenn es um so wichtige Knotenpunkte wie Cassandar geht. Und ja es ist richtig, dass die Restimperiale Regierung die Neue Republik um Hilfe ersucht und mit Euch zusammen nicht nur den Planeten, sondern auch den Sektor zurückerobert hat. Der imperiale Bürgerkrieg ist aber vorbei und die nun Imperiale Föderation fordert daher ja auch nicht ganz ohne Grund die Rückgabe von Gebieten die rechtmäßig Ihr gehören. In diesem Zusammenhang gibt es auf Cassander auch etliche die deshalb unsere Rückkehr fordern, da wir anders als die imperiale Föderation ja keinerlei Verträge mit Euch haben, doch erobern wollen wir den Sektor nicht, wie gesagt wir sehen uns da eher als Befreier.“

Solvar: „Wenn ich da einharken darf. Bedeutet das, dass Sie Cassander gar nicht für das neuimperiale Regime gewinnen wollen, sondern im Anschluss daran der Imperialen Föderation ihren geltend gemachten Anspruch entsprechen würden?"

Steel: „Wie ich bereits ausführte gibt es auch jene die unsere Rückkehr fordern, gleichzeitig wollen wir aber auch nicht einen neuen Streit mit unseren föderalen Freunden vom Zaun brechen. Würde es aber zu so etwas wie einer Abstimmung kommen wäre es durchaus interessant zu sehen wer den Kürzeren ziehen wurde. Jedoch liegt so etwas auch nicht in meiner Entscheidungsgewalt ich kann daher im hier und jetzt nur sagen das niemand vorhat Cassander zu erobern!“

Solvar: „Vielen Dank für diese Klarstellung. Zu guter Letzt, eine von Cassander losgelöste Frage - wie stehen Sie zu der Kriegspolitik des Neuen Imperiums? Stehen Sie persönlich hinter diesem Krieg des Imperiums gegen fast den gesamten Rest der Galaxis?"

Steel: „Nun ich finde nicht, dass wir gegen so viele Krieg führen, mit der imperialen Föderation haben wir einen stabilen Frieden geschlossen, es gibt unzählige unabhängige und somit Neutrale Planeten und Sektoren, wie beispielsweise den Hutt-Raum. Daher befinden wir uns nur Krieg mit der Neuen Republik und den haben wir, mit allem gebührenden Respekte, nicht begonnen aber wir werden ihn beenden“

Solvar: „Damit haben Sie ihren Standpunkt klar gemacht. Herr Minister Steel, ich danke für dieses Interview.“

Steel: „Ich danke für die Gelegenheit und einen schönen Tag noch.“
Die Zeit hat es nicht gut gemeint mit der Imperialen Föderation. Ein verlorener Bürgerkrieg und ein Friedensvertrag, der die deutliche Handschrift des Siegers trug, haben die Imperiale Föderation auf die Grenzen der Lebensfähigkeit zurückgedrängt. In dieser politischen Ausgangssituation kann jeder weitere Rückschlag mehr und mehr das System destabilisieren, dass wir in den letzten Monaten etabliert haben, um zu retten, was zu retten war. Und dieses System ist stark. Es hat die alten systemischen Mängel erkannt und seinen Bürgern neben der ohnehin starken Sicherheit auch noch politische Teilhabe gewährt. Die Föderation ist nicht mehr ein Konglomerat imperialer Restwelten unter dem Kommando der Moffs, sondern eine Föderation gleicher und freier Planeten, die sich in ihrer Gesamtheit zur imperialen Ordnung bekennen. Wie aber ist unser Verhältnis zu unserer Vergangenheit? Die Föderation wurde nicht aus dem Nichts geboren, sondern ist Rechtsnachfolger der alten Ordnung. Wir erkennen die Ansprüche des Neuen Imperiums an, wollen aber, dass auch unsere Ansprüche anerkannt werden. Das gilt nicht nur gegenüber dem alten Bürgerkriegsfeind, sondern auch gegenüber unseren einstigen Verbündeten, die nun schon seit dem Niedergang sich jeglicher redlichen Zusammenarbeit verweigerten. Mit dem Eintritt der Republik erhielt die heutige Föderation keinen Bündnispartner, sondern eine bevormundete Großmacht, die ihre Chance nutzte, die geschwächte Föderation weiter zurückzutreiben. Es begann mit Cassander – der Welt – die Anlass für dieses Schreiben ist. Im Krieg fiel Cassander, die ehemalige Thronwelt unseres heutigen Großmoffs, an das Neue Imperium. Die Republik stand zugegebenermaßen im Falle Cassander der Föderation bei und vertrieb den Feind. Aber als sich der Rauch des Krieges über Cassander lichtete, konnten nicht der föderale Gouverneur seine Arbeit wieder aufnehmen, denn die Republik erklärte die Welt zum Brückenpunkt in ihrer Kampagne gegen das Neue Imperium. Trotz aller Widersprüche richteten sie einen republikanischen Flottenstützpunkt ein und schuf auf Cassander die Situation, die das planetare System den politischen Forderungen einer lauten, aber nicht repräsentativen Minderheit auslieferte. Dieser Zustand hält nun schon lange an und wir stehen seither im Kontakt mit der republikanischen Führung, die unsere Ansprüche nicht anerkennen. Cassander war mal imperial – erkennen Sie an – aber was mal war, hat für die politischen Visionen der Staatschefin keine Bedeutung mehr. Es verwundert daher nicht, dass die Staatschefin die radikalen Kräfte auf Cassander unterstützte und die Ordnungskräfte hinderten, ihre Arbeit zu machen. Diese Radikalen werden dann kurzerhand als legitim anerkannt und ihnen das Recht zugesprochen, einen Antrag auf Aufnahme in die neue Republik zu stellen. Ungeachtet aller sonstigen Einwende ist ein solches Vorgehen unredlich, denn es verdeckt die große Zustimmung der Bevölkerung für das Imperium. Durch die faktischen Mittel der Macht wird aber eine Gruppe gestärkt, die für niemanden spricht, außer für ihre persönlichen Wünsche. Sieht so die vielbeschworene Demokratie aus? Die Wahrheit bleibt aber – Cassander war imperial und ist nun föderal. Jede äußere Einmischung der Republik destabilisiert das System und kann nur als feindselige Aktivitäten auf föderalem Gebiet gewertet werden. Cassander ist unser gutes Recht und es darf die Republik überraschen, dass uns die derzeitigen Diskussionen im Senat und den Medien aufs tiefste irritiert. Die Republik täte gut daran, Bescheidenheit zu üben. Möchte sie sich weiterhin als Polizei der Galaxis generieren, wird sie feststellen, dass nicht alle Völker „befreit“ werden wollen. Wer das ignoriert, wird nicht zum „Befreier“, sondern zum Tyrannen. Und wenn Sie das wird, darf sich die Republik nicht wundern, wenn sie auch als Tyrann behandelt wird. Ich bitte daher die Republik im Namen der Föderation – erkennt unsere Rechte an.

Cassus Ravaldir

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